Tilmann Krieg


Tilmann Krieg
Der deutsche Künstler Tilmann Krieg ist fotografischer Maler.
Die Bilder erscheinen verschwommen, wie absichtlich aus der Schärfeebene herausgenommen und mit anderen Bildern überlappend.
Damit erreichen diese flüchtigen Elemente eine andere Bedeutung hinsichtlich ihrer Darstellung und Aktualität, als die Elemente klassischer Fotografie. Der Künstler zielt auf etwas anderes, das über die bloße Erscheinung und das Vertrauen in eine oberflächliche Darstellung hinausgeht.
Je mehr die Figuren in das Fließen von Zeit und Vergänglichkeit verschmelzen, desto mehr werden die Bilder zu Gemälden, weit mehr als fotografische Abbildungen, und vermitteln sowohl eine poetische Dimension als auch eine dichte, lyrische Atmosphäre.
Das wird besonders deutlich in den dynamischen Bildern der Metro-Serie, die der Künstler als eines seiner Hauptthemen bearbeitet. Die städtische Umgebung wird zu einem ikonographischen Synonym für das Alltagsleben und die Identität des modernen Individuums. Moderne Menschen sind beständig in Bewegung, dauernd auf dem Weg irgendwohin. Dieser zeitgemäße Typus scheint auf in diesen Bildern als anonymisierte Figuren deren Identität im Rhythmus ihres
geschäftigen Alltagslebens verschwindet.
Der Blick scheint den entschwindenden Figuren hinterherzublicken, die verwoben sind in Licht und Schatten. Unwillkürlich denkt man an einen urbanen Mutterleib, der diesen anonymen Wesen Schutz bietet.
In diesem Sinne versinnbildlichen diese fotografischen Bilder den flüchtigen Charakter aller Existenz:
Wesen in Bewegung, Erscheinungen im Fluss der Zeit, Figuren die zu Schatten zerfließen und endlich im Nichts verschwinden.
(Kho Chunghwan, Kunstkritiker, Seoul, Korea, zur Ausstellung Museum PakYoung, Seoul 2009 Aus dem Koreanischen übersetzt - Auszug)
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